Darmsanierung/Mikrobiolog. Therapie

 Eine Frau, die eine Lupe auf ihren Bauch setzt
Eine Frau, die eine Lupe auf ihren Bauch setzt

Mikro – klein, bios – Leben; also eine Behandlung mit Kleinstlebewesen (Bakterien)

Bakterien? Die sind doch gefährlich…!?

Der Mensch (wie das Säugetier) lebt seit Anbeginn in symbiotischer Beziehung mit Bakterien, die seine Haut und sein Verdauungssystem besiedeln; d.h. er bietet den Bakterien „Unterkunft und Verpflegung“ und im Gegenzug „arbeiten“ diese für ihn und schützen vor den „bösen“, den pathogenen Erregern. Ist dieses Verhältnis im Gleichgewicht, fühlt sich der Mensch gesund und alles ist in bester Ordnung. Werden die „guten“ Bakterien dezimiert, z.B. durch aggressive Substanzen auf der Haut oder durch Antibiotika im Verdauungssystem, gibt es Platz für die krankmachenden Bakterien und Pilze, die sich dann ungehemmt verbreiten können; oder anders ausgedrückt: wo ein schützendes Bakterium sitzt, kann kein krankmachender Keim sein. Die Darmflora hat eine unvorstellbare Zelldichte; die Keimzahl beträgt 10 hoch 14, also eine 1 mit 14 Nullen daran. Das Gewicht dieser Bakterien beträgt allein 1,5 kg und ihre Stoffwechselleistung wirkt wie ein eigenständiges Organ. Sie erfüllt Funktionen, die der Mensch selbst nicht erbringen kann. Ohne eine Besiedlung des Darmes mit physiologischen Bakterien gibt es keine Ausbildung eines Immunsystems. Das haben Laborversuche mit sterilen Tieren ergeben. Die Bakterien bieten auch einen Schutz vor dem Eindringen pathogener Erreger oder Toxine durch die Darmschleimhaut in die Blutbahn (Mucosa- Immunsystem). Ein anderer Grund für die Abnahme der guten, der physiologischen Bakterien ist „schlechte Unterkunft“ d.h. wenn das Darmmilieu sich so verändert hat, dass keine guten Lebensbedingungen herrschen: zu sauer, zu basisch, zuviel Giftstoffe, zu wenig Nährstoffe. Stress, Rauchen, schlechte Ernährung, unzureichendes Kauen, Schadstoffe in der Nahrung, Infektionen, Medikamente, Allergien und chronische Darmentzündungen sind die Auslöser. Im Darm gärt und fault es. Die Folgen können sich in Durchfällen, Blähungen, Stuhlunregelmäßigkeiten, Allergien aller Art, Erkrankungen des Bronchialsystems und allgemeiner Infektanfälligkeit sowie verminderter Leistungsfähigkeit darstellen. Der Darm (das „Bauchhirn“) ist unser größtes Immunorgan und hat die größte Kontaktfläche des Körpers zur Umwelt.Er beherbergt zahlreiche Lymphdrüsen, in denen Abwehrzellen geschult werden und mehr Nervenzellen als das Gehirn. Diese Systeme interagieren mit der übrigen Körperabwehr und sind auf eine intakte Darmflora angewiesen, die den Darm schützt und ernährt.

Was ist zu tun?

Das Gegenteil von Antibiotika sind Probiotika, also nicht gegen das Leben (anti-bios) gerichtet, sondern für das Leben (pro-bios). Das sind Präparate, in denen abgetötete oder lebende Bakterien enthalten sind, die das natürliche Gleichgewicht im Darm wieder herstellen können. Es versteht sich von selbst, dass bei Vorliegen schlechter Lebensbedingungen diese korrigiert werden müssen, will man eine dauerhafte Gesundung herbeiführen. In der Regel wird eine Stuhluntersuchung in einem speziellen Labor durchgeführt. Dort wird die Darmflora analysiert, der pH-Wert des Stuhls bestimmt, die Verdauungsenzyme kontrolliert und der Immunstatus der Darmschleimhaut ermittelt. Je nach Befund werden die fehlenden Bakterien substituiert und deren Lebensbedingungen verbessert.

 

Anwendungsgebiete: akute oder chronische Infekte, Haut- und Schleimhauterkrankungen, Erkrankungen der Atemwege, Allergien, Reizdarmsyndrom, chronisch entzündliche Darmerkrankungen in der Remission, allgemeine Infektbereitschaft, Verdauungsstörungen.